Kinderarmut in einem reichen Land

Sonja erzählt von dem Ärger zu Hause, wenn wieder Geld für Übungshefte, Kopien oder einen Ausflug nötig sind. Gerade am Ende des Monats wird es bei Marcel zu Hause immer knapp, da muss das Essen gestreckt werden. Sarah würde gerne Geige spielen lernen, die Eltern können den gestiegenen Beitrag für die Musikschule jedoch nicht aufbringen.

Das sind drei Beispiele, wie sich Armut auf Kinder und ihre Familien auswirkt. In der Schule dürfen Kinder nicht am Mittagessen teilnehmen, weil die Eltern sich den Beitrag nicht leisten können. Der Sportverein und die Sportausrüstung kommen nicht in Frage, weil das Geld fehlt. Diese Erfahrung macht jedes fünfte Kind in Hessen, das mit einer Familie von einem Einkommen lebt, das niedriger ist als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Hohe Mieten, niedrige Löhne, zu wenig geeignete Arbeitsplätze und eine Steuerpolitik, die die Reichen unterstützt, sind Gründe für Armut in Deutschland.

DIE LINKE fordert von der Landesregierung einen Aktionsplan gegen Kinderarmut:

  • Wir brauchen eine gute frühkindliche Bildung mit guter personeller Ausstattung, zugänglich für alle Kinder ohne Elternbeiträge.
  • Wir brauchen eine Schule, die alle Kinder gleichermaßen fördert. Mittagessen, Material- und Fahrtkosten müssen kostenfrei sein.
  • Die Landesregierung muss dafür sorgen, dass Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verhindert wird und für gute Beratungs- und Hilfsangebote sorgen.
  • Auch Kinder aus armen Familien sollen ihre kulturellen und sportlichen Talente umfassend entwickeln können.
  • Zu dem Aktionsplan gehört auch, dass Kinder und Jugendliche an den Entscheidungen, die sie betreffen, auch beteiligt werden.
  • Hessen muss im Bundesrat dafür sorgen, dass (Eineltern-)Familien mit Kindern statt Kinderlose und Einverdienerfamilien entlastet werden.
  • Kinder und Jugendliche, deren Eltern Hartz IV erhalten, brauchen bedarfsgerechte existenssichernde Regelsätze. Hartz IV muss durch eine bedarfsorientierte, existenzsichernde Mindestsicherung ersetzt werden.
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